Wirkung von Alkohol

Der Wirkstoff, der einen Rausch, eine Alkoholvergiftung und einen Kater nach sich zieht, ist Ethanol. Das Ethanol entsteht bei der natürlichen und industriellen Gärung von Zucker. Diese Gärung wird bei der industriellen Herstellung von alkoholischen Getränken durch die Zugabe von Hefe beschleunigt. Das Verfahren der Destillierung mit Aktivkohle wurde erstmals im Jahr 1976 von einem Pharmazeuten und Chemiker namens Johann Tobias Lowitz angewendet.

Wie kommt der Alkohol in den Stoffwechsel?

Beim Trinken werden kleine Mengen Ethanol bereits über die Mundschleimhaut aufgenommen. Sie gelangen ohne Umweg ins Blut und von dort aus auch ins Gehirn, wo die Reizübertragung zwischen den Zellen erheblich gestört wird. Ein Fünftel der aufgenommenen Alkoholmenge wird von der Magenschleimhaut resorbiert. Die verbleibenden Anteile werden im menschlichen Organismus im Dünndarm aufgenommen.

Von dort aus nimmt das Ethanol einen Umweg über die Leber, weshalb die Wirkung auf das Gehirn erst mit einer zeitlichen Verzögerung einsetzt. Ein Teil des Alkohols wird in der Leber direkt abgebaut und gelangt erst gar nicht bis ins Gehirn. Da hier die Intensität des Blutkreislaufs eine wichtige Rolle spielt, wird die Alkoholverteilung durch alle die Durchblutung steigernden Mittel beschleunigt. Dazu zählen Koffein, Zucker sowie Kohlendioxid und Wärme. Das ist einer der Gründe, warum die Wirkung von Alkohol bei einem heißen Grog schneller einsetzt als bei einem kalt genossenen Weinbrand. Deshalb wirkt Alkohol in Sekt schneller als Alkohol in Wein.

Welche Rolle spielt das Ethanal bei der Wirkung von Alkohol?

Ethanal, wissenschaftlich korrekt Acetaldehyd genannt, ist ein Zwischenprodukt beim Alkoholabbau, welches durch die Alkoholhydrogenase entsteht. Dabei wird der Alkohol in Wasser und Kohlenstoffdioxid umgewandelt. Für diese auch als Citratzyklus bezeichnete Reaktion wird mehr Wasser verbraucht, als in den alkoholischen Getränken enthalten ist. Das wiederum ist der Grund, warum der Alkoholabbau immer mit einer Dehydrierung verbundenist.

Wissenswert ist außerdem, dass Ethanal für die Leberschäden verantwortlich ist. In der Leber werden beim Abbau von Ethanal Proteinaddukte gebildet, von denen wiederum als Katalysator auf die Makrophagen der Leber wirken. Diese sondern daraufhin Stoffe ab, durch welche die Bildung von Kollagen in den Itozellen angeregt wird.

Dieses lagert sich in der Leber an und wird zum Auslöser einer Leberzirrhose. Hinzu kommt, dass Ethanal die Bildung von Sauerstoffradikalen in der Leber anheizt. Diese wirken zerstörerisch auf die Membranen der Leberzellen, was letztlich zu einem Untergang der geschädigten Zellen führt.

Warum reagiert der Organismus „sauer“ auf den Alkohol?

Im weiteren Verlauf des Alkoholabbaus wird das Ethanal teilweise in Essigsäure umgewandelt. Diese Umwandlung wird durch die Oxidation bewirkt. Das heißt, dass der Alkoholabbau dem menschlichen Stoffwechsel Sauerstoff entzieht. Die dadurch erniedrigte Sauerstoffzufuhr bewirkt einen Teil der Rauscherscheinungen.

Der Abbau der Essigsäure zu Kohlenstoffdioxid und Wasser entzieht dem Körper wichtige Elemente wie Eisen, Zink, Calcium und Magnesium, weshalb diese Stoffe dem Stoffwechsel bei der Katerbekämpfung wieder zugeführt werden müssen.

Wie schnell wird Alkohol abgebaut?

 
Beim Alkoholabbau konnten in wissenschaftlichen Studien Unterschiede zwischen Männern und Frauen festgestellt werden. Sie belegen, dass der Alkohol bei Männern geringfügig schneller als bei Frauen abgebaut wird. Der Durchschnitt liegt bei den Herren bei 0,1 Gramm Ethanol pro Kilogramm Körpergewicht und Stunde.

Bei Frauen werden durchschnittlich 0,85 Gramm Ethanol pro Stunde und Kilogramm Körpergewicht abgebaut. Dabei werden jedocherhebliche individuelle Unterschiede beobachtet, sodass diese Werte nicht als Richtwerte zur Berechnung der Zurückerlangung der Fahrtüchtigkeit herangezogen werden können. Die individuellen Schwankungen machten bei den Studien teilweise bis zu fünfzig Prozent der Abbaurate aus.

Die Unterschiede ergeben sich aus einer genetischen Disposition. Dabei spielt vor allem die Bereitstellung von Enzymen eine wichtige Rolle. Je höher die Konzentration der Dehodrogenasen ADH-1, ADH-2, ADH-3 und ALDH-1 sowie ALDH-2 ist, desto schneller kann der Alkohol vom menschlichen Körper abgebaut werden. Niedrige Konzentrationen verlangsamen den Alkoholabbau.

Eine Besonderheit stellt ein Defekt am Allel ALDH-2×2 in der reinvererbten Form dar. Bei diesem Gendefekt ist die Aldehydhydrogenase 2 inaktiv, was Menschen mit diesem Gendefekt weitgehend resistent gegen die Entwicklung einer stofflichen Abhängigkeit von Alkohol macht. Der Grund dafür ist, dass Alkohol bei den Betroffenen eine gesteigerte Übelkeit auslöst.