Unterschiede bei Alkoholsorten

Es gibt wohl kaum einen Menschen, der das Sprichwort „Bier auf Wein lass sein!“ nicht kennt. Doch was ist tatsächlich an diesem Strichwort dran? Erfahrungen belegen, dass es den Alkoholkonsumenten schneller übelwird, wenn sie Bier nach Wein trinken. Das ist auch dann der Fall, wenn Sekt nach Wein getrunken wird. Das gleiche Phänomen dürfte derjenige beobachten, der sich nach Wein oder Schnaps eine Fassbrause genehmigt. Also kann der reine Alkoholgehalt nicht dafür verantwortlich sein.

Wodurch wird die Übelkeit begünstigt?

Das zugrundeliegende Problem ist, dass der Magen schon durch den zuvor genossenen Alkohol überreizt ist. Der Auslöser der sich schnell verstärkenden Übelkeit ist die in den Getränken enthaltene Kohlensäure. Sie vergrößert das vom Magen zu bewältigende Volumen und führt zu Aufstoßen. Ist jemandem ohnehin schon übel, erhöht das Aufstoßen das Risiko, sich übergeben zu müssen. Hinzu kommt, dass die im Bier enthaltene Hefe den Prozess der Gärung im Magen kräftig anheizt.

Dazu können die Zuckeranteile des zuvor genossenen Weins verwertet werden. Da bei der Gärung Ethanol entsteht, erhöht sich binnen kurzer Zeit die im Mageninhalt vorhandene Menge Ethanol. Dazu sollte bedacht werden, dass die größten Mengen Alkohol durch die Magenschleimhaut und den sich anschließenden Dünndarm aufgenommen werden. Deshalb ist der Effekt der schnelleren Alkoholwirkung auch bei Fassbrause sowie bei süßen Likören zu beobachten. Jedoch besteht bei der Fassbrause als „Zwischengetränk“ der Vorteil, dass die durch den Alkohol bewirkte Dehydrierung kompensiert werden kann, was das Risiko eines Katers deutlich verringert.

Passen Sie auf, was Sie trinken!

Da in den verschiedenen Getränken sehr unterschiedliche Anteile von Ethanol enthalten sind, verschätzen sich viele Menschen bei den Mengen, die sie genießen können, ohne davon einen Vollrausch, eine Alkoholvergiftung oder einen kräftigen Kater zu bekommen. Deshalb ist es ratsam, sich ein wenig mit den Alkoholgehalten zu beschäftigen.

Vor allem Bier wird kräftig unterschätzt. Wer denkt, dass in alkoholfreiem Bier gar kein Ethanol enthalten ist, begeht einen fatalen Irrtum. Ein genauer Blick auf die Deklaration der Inhaltsstoffe belegt, dass in alkoholfreiem Bier bis zu 0,5 Volumenprozent Ethanol enthalten ist. Diese Tatsache sollten vor allem ehemalige Alkoholiker kennen, die es mit größter Anstrengung durch die Entgiftung und einen erfolgreichen Entzug geschafft haben.

Leichtbiere enthalten zwischen einem und 3,5 Volumenprozent Alkohol. Bei Vollbier sind in der Regel fünf Volumenprozent Alkohol enthalten. Biere mit sechs bis 12 Volumenprozent Ethanol finden sich im Handel in der Gruppe der Starkbiere. Besonders gefährlich ist den Genuss von Eisbock. Hier sorgt die Entfernung von Wasseranteilen durch die Gefriertechnik dafür, dass der Alkoholgehalt bei Eisbock bis zu 65 Volumenprozent betragen kann. Damit übertrifft Eisbock sogar den Alkoholgehalt der meisten Liköre, Weinbrände und Kornbrände.

Was ist wissenswert zum Alkoholgehalt von Wein und Sekt?

Der durchschnittliche Alkoholgehalt von Wein liegt zwischen sieben und 14 Volumenprozent. Grundsätzlich ist erbei Rotwein etwas höher als bei Weißwein. Einige Sorten Met und Dessertwein bringen es auf bis zu 16 Volumenprozent. Wer einen ganzen Abend ohne Vollrausch durchhalten und keinen Kater riskieren möchte, greift am besten zur Weinschorle. Bei Schorle bestimmt das Mischungsverhältnis den Alkoholgehalt, was übrigens bei Radler und Co. ebenso ist. In der Regel kann man jedoch davon ausgehen, dass in Gaststätten ein Mischungsverhältnis 1 zu 1 genutzt wird. Daraus leitet sich ab, dass Weinschorle und Radler nur die Hälfte des Alkoholgehalts der verwendeten Biere und Weine haben.

Wer sich zu den Genießern zählt, sollte beachten, dass echter Champagner einen Alkoholgehalt zwischen 11,5 und 12,5 Volumenprozent mitbringt. Die niedrigeren Werte finden sich vor allem bei den Rosé-Varianten, währendder höchste Alkoholgehalt bei rotem Champagner sowie bei den Versionen gemessen wird, die aus nur einer Rebsorte gekeltert werden.

Die Fakten zu den Likören und „harten“ Spirituosen

Liköre gehören ebenfalls zu den häufig falsch eingeschätzten Alkoholsorten. Die meisten Menschen gehen von einem Alkoholgehalt zwischen 15 und 20 Volumenprozent aus. Doch das ist falsch! Liköre können bis zu 75 Volumenprozent Alkohol enthalten. Ein Beispiel sind die Kräuterliköre, bei denen es Chartreuse verte auf stolze 55 Volumenprozent Ethanol bringt. Eierlikör gilt allgemein als „harmlos“, weshalb er gern auch zur Herstellung von Eisbechern verwendet wird. Doch so harmlos, wie es scheint, ist Eierlikör nicht. Nach den für Deutschland geltenden Herstellungsvorschriften müssen in Eierlikör mindestens 14 Volumenprozent enthalten sein.

Besonders vorsichtig sollte man beim Genuss von alkoholischen Getränken aus den Kategorien Brand und Geist sein.Beerengeist und Fruchtbrände können durchaus bis zu 80 Volumenprozent Alkohol enthalten. Der Durchschnitt dieser Alkoholsorten liegt bei den im Handel erhältlichen Sorten bei etwa 40 Volumenprozent. Hier wird schon bei einem „Kurzen“ dem Körper nahezu die gleiche Menge wie mit einem halben Liter Leichtbier zugeführt.