Symptome von Alkohol

Zu Lebzeiten von Johann Wolfgang von Goethe wurde der vom Alkohol verursachte Kater „Kotzen-Jammer“ genannt. Die Bezeichnung war treffend gewählt, weil der Magen rebelliert und dessen Besitzer sich übergeben muss, wenn er zu viel Alkohol getrunken hat. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Alkohol reizt die Magenschleimhäute, sodass sämtliche Symptome einer Magenschleimhautentzündung auftreten können. Wer Wein oder Sekt trinkt, mutet seiner Magenschleimhaut zusätzlich noch den Kontakt mit der Weinsäure zu.

Schwindel ist das erste Anzeichen eines drohenden Katers

Doch die Tatsache, dass sich Menschen schon bei einen noch in der Anfangsphase befindlichen Kater übergeben müssen, hat noch eine weitere Ursache. Die schädigende Wirkung des Alkohols auf das menschliche Gehirn sorgt für Sehstörungen und Störungen der allgemeinen Wahrnehmungsfähigkeit. Hinzu kommen Einschränkungen der Motorik, sodass die vom Gleichgewichtsorgan kommenden Signale nicht mehr korrekt von der Muskulatur beantwortet werden können. Die Folge dieser gestörten Kooperation ist Schwindel, der von den Sehstörungen begünstigt wird.

Alles zusammen hat eine ähnliche Wirkung wie die Seekrankheit und zieht Übelkeit und Erbrechen nach sich.

Welche Formen von Schwindel treten bei einem Kater auf?

Die häufigsten Formen von Schwindel durch einen Alkoholrausch sind der Drehschwindel und der Schwankschwindel. Beim Drehschwindel fühl sich der Betroffene, als würde er in einem Karussell sitzen. Der Grund dafür ist die durch den Alkohol beeinträchtigte Reaktionsfähigkeit. Die Augen können den Bewegungen des Körpers und insbesondere des Kopfs nicht mehr schnell genug folgen. Hinzu kommt, dass die Verarbeitung der Sehreize im Gehirn durch den Alkohol verlangsamt wird.

Das heißt, die Informationen der Augen, der Muskeln und des Gleichgewichtsorgans passen zeitlich nicht mehr zusammen.

Schwankschwindel begünstigt Gefahr von Verletzungen

Der Schwankschwindel ist ebenfalls der durch den Alkohol veränderten Wahrnehmung geschuldet. Einen wichtigen Anteil macht aber beim Schwankschwindel die gestörte Kontrolle über die Muskelfunktionen aus. Lageveränderungen werden erst mit einer zeitlichen Verzögerung registriert und beantwortet. Entfernungen können nicht mehr zuverlässig eingeschätzt werden. Durch das alkoholbedingte Augenzucken ist auch das räumliche Sehen nicht voll funktionsfähig.

Daraus resultiert eine Unsicherheit in der Wahrnehmung von Räumen, die in der Medizin als unsystematischer Schwindel bezeichnet wird. Deshalb ist eine Folge von alkoholbedingtem Schwindel eine erhöhte Sturzgefahr. Sie geht aufgrund des beeinträchtigten Reaktionsvermögens immer auch mit einem deutlich gesteigerten Verletzungsrisiko einher, da sogar die reflexbedingten Abfangreaktionen der Extremitäten nicht mehr schnell genug stattfinden.

Flüssigkeitsverlust beim Kater begünstigt die Entstehung von Schwindel

Die entspannende Wirkung von Alkohol sorgt außerdem für eine Weitung der Blutgefäße. Mit voranschreitendem Rauschzustand kann es deshalb zu einem deutlichen Abfall des Blutdrucks kommen. Lässt die unmittelbar toxische Wirkung des Alkohols nach, spannen sich die Wände der Blutgefäße wieder, sodass der Blutdruck wieder steigen würde. Doch das ist nur in der Theorie der Fall, denn in der Praxis geht der Alkoholabbau mit einer Entwässerung des Körpers einher.

Der Flüssigkeitsverlust kann individuell eine stärkere Wirkung als die zurückkehrende Spannung der Blutgefäße haben. Das wiederum bedeutet, dass Schwindel auch eines der wichtigsten Symptome bei einem Kater ist.

Er entsteht in dem Fall dadurch, dass mit einem zu niedrigen Blutdruck auch eine Unterversorgung sämtlicher Organe und des Gehirns mit Sauerstoff einhergeht. Bei einem Kater tritt der Schwindel vor allem beim Aufstehen aus dem Liegen oder nach dem Bücken auf.

Deshalb ist das „Nachfüllen“ von Flüssigkeit besonders wichtig, damit der Blutdruck so schnell wie möglich wieder normale Werte erreicht.

Gereiztheit – ein weiteres Symptom beim Kater

Es gehört zum allgemeinen Bild, dass selbst ansonsten ruhige und friedliebende Menschen mit einem Kater leicht reizbar sind. Das ist nicht nur den körperlichen Symptomen geschuldet, zu denen häufig auch mäßige bis starke Kopfschmerzen gehören. Bei einem Kater treten auch Symptome einer echten Migräne auf. Dazu gehörenLicht- und Lärmempfindlichkeit. Eine laute Ansprache der Betroffenen verstärkt deren Kopfschmerzen.

Doch auch die dem Alkohol geschuldeten Entzugserscheinungen machen Menschen mit Kater reizbar. Alkohol fördert die Ausschüttung von Hormonen, die eine Entspannung und damit ein Glücksgefühl bewirken. Mit sinkendem Alkoholpegel im Blut sinkt auch der Anteil dieser Hormone.

Die vom Alkohol ausgelöste euphorische Phase endet in kurzer Zeit. Die Stimmung der Betroffenen verändert sich rapide, sodass sie vorrübergehend Symptome einer Depression zeigen können. Wer sich auf dem Weg von einem Stimmungshoch zu einem Stimmungstief befindet, ist stets leichter reizbar als in einer „normalen Stimmung“.

Wie geht man mit einem Menschen mit Kater am besten um?

Bei Menschen mit Kater sollte der Begriff „umgehen“ wörtlich genommen werden. Am besten stellt man ihnen wortlos reichlich mineral- und vitaminhaltige Getränke und Speisen als Katerfrühstück hin, öffnet die Fenster für eine zusätzliche Sauerstoffzufuhr und lässt sie ansonsten in Ruhe, bis sie von selbst „aus ihrer Höhle kriechen“. Ermahnungen hätten in dieser Phase keinen Sinn, da durch die unmittelbare Wirkung und Nachwirkung des Alkohols auch die Urteilsfähigkeit beeinträchtigt ist.

Es könnte je nach Grundcharakter der Betroffenen eventuell zu unschönen Streitereien kommen, die wiederum den Absturz in eine negative Stimmung verstärken würden. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass die Betroffenen erneut zum Alkohol greifen, um sich Erleichterung zu verschaffen. Wer das vermeiden will, führt die sachliche Diskussion über einen Alkoholexzess erst dann, wenn der Kater vollständig abgeklungen ist.